

Der
folgende Brief ist vom Landesfürsten, dem Herzog
von Mecklenburg, an den Pastor
Wiggers der Biestower
Kirche
gerichtet und verweist auf die im Erbvertrag
mit der Stadt Rostock
geregelte Versorgung des Schulmeisters Burde zu
Kritzmow.

Friederich
Franz von Gottes Gnaden Herzog zu Mecklenburg
Würdiger und Wohlgelehrter, lieber Andächtiger
und Getreuer! Wir laßen Euch, auf eure unterthänigste
Vorstellung, die Verlegenheit des Schulmeisters
Burde zu Critzmow, durch Legung seines Handwercks
betreffend, hiemit Gnädigst unverhalten seyn;
Das Wir Uns außer Stande befinden, Ausnahmen von
der Unsrer Stadt Rostock in dem ältere und neueren
Erbvertrage, gegebenen Zusicherung zu machen;
indeßen auf baldigste Erfüllung der, von Unsers
in Gott ruhenden Herrn Ondes, Herzogs Friederich
zu Mecklenburg Gnade; unterm 20 Mart: 1784 dem
Schulmeister Burde gegebenen Versicherung, zur
anderweitigen Versorgung Bedacht nehmen werden.
Wornach Ihr Euch zu richten.
Datum
auf Unsrer Vestung Suerin den 23 Aug. 1790
An
den Ehre Pastor Wiggers
zu Biestow
Dieser
Brief des Dr. Studemund an den Pastor der Biestower
Kirche berichtet über Tilgung
und Einschreibung von Kirchenamtsanwärtern in
eine Matrikel und die Bezahlung ausstehender Schulden
aus einem Bücherkauf.

Hochwürdiger
Hochgelehrter Herr Pastor
Höchstgeschätzter Herr Amtsbruder !
Ew.
H. (Euer Hochwürden) entschuldigen gütigst, daß
ich Dero geehrte Zuschrift vom 12ten Januar a.
c. (anni currentis) des lfd. Jahres erst itzt
beantworte. Ich würde diese Pflicht gewiß früher
erfüllet haben, wenn ich diesen Winter über nicht
von einer mir sehr beschwerlichen Augenschwäche,
die mir des Abends, bey Lichte, alles Schreiben
untersagte, laboriret hätte. In Gemäßheit ihrer
vorgemeldeten gen. (geneigten) Zuschrift habe
ich den Namen, des im Jahre 1808 im M.[onat] Marz eingezeichneten
Exspektanten (einer der Anwartschaft auf Exspektanzen,
noch nicht erledigter Kirchenämter hat) Gottlieb
Peter Friederich Hävernick aus der Matrikel getilget.
Johann Friedrich Hoft aus Critzmow ist im Jahre
1809 den 28ten December als Exspektant der Seminarien
Matrikel einverleibet worden. Ihrem Verlangen
gemäß verfehle ich nicht den dies beweisenden
Schein Ew. H. hiedurch ergebenst zu übersenden.
By dieser Gelegenheit wage ich es
Ew.
H. um eine Gefälligkeit zu ersuchen, deren geneigte
Erfüllung ich mir von ihrer freundschaftlichen Gesinnung
gemäß verspreche. Ich bin ihrem H.[errn] Sohn, dem H.[errn] P.W.
in Rostock für sechs Exemplare von dem von ihm herausgegebenen
Leben des Sokrates, das Subscriptionsgeld noch zu
bezahlen schuldig. Ich hätte dies längst entrichten
sollen und es ist mir fast unbegreiflich, wie mir
dies ganz und gar nicht eingefallen ist. Leyder!
ist es wohl eine Folge meines durchs Alter geschwächten
Gedächtnisses. Ew. H. haben die Güte ihrem H.[errn] Sohn
dies Geld nebst meiner besten Empfehlung nächstens
zu übermitteln und mich by demselben wegen meiner
begangenen Vernachlässigung bestens zu entschuldigen.
Vorgemeldete 6 Exemplare kosten in Summa (das Ex.
zu 36 s.[ilbergroschen]) vier Rtlr [Reichstaler] 24 s.[ilbergroschen]. Diesem G.[eld]
habe ich noch 8 s.[ilbergroschen] für Porto beygefüget.
Ew. H. empfehle ich mich zum freundschaftlichen
Wohlwollen und beharre mit vollk.[ommener] Hochachtung
Ew.
Hochwürden
treuergebenster Dr.
Studemund
Llust
[Ludwigslust]
Marz 6.
1811
Die
Einlage ersuche ich gelegentlich
gütigst zu besorgen.
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